Der Sonntag? Gottes Geschenk für uns

Glaubenssache

Rüdiger M. Nijenhof. Foto: Dethard Hilbig
Rüdiger M. Nijenhof. Foto: Dethard Hilbig

In dieser Woche trafen sich – zum Teil online – Christinnen und Christen unserer Stadt aus ganz verschiedenen christlichen Kirchen, um gemeinsam die Allianzgebetswoche zu begehen, diesmal unter dem Thema „Der Sabbat – Leben im Rhythmus Gottes“.

Ganz neu ist mir dabei bewusst geworden, dass es nicht selbstverständlich ist, dass wir regelmäßig freie Zeit haben, einen freien Sonntag, ein Wochenende, an dem wir uns den Dingen widmen können und ihn mit Menschen verbringen können, die uns wirklich wichtig sind. In den meisten Kulturen gibt es so etwas nicht. Der jüdisch-christliche Ruhetag ist ziemlich unnormal, ziemlich einzigartig – und ständig umkämpft. Der Markt duldet keine Ruhepausen. Maschinen müssen laufen. Um Sicherheit, Pflege und Gesundheit muss sich auch an diesen Tagen gekümmert werden und manche müssen arbeiten, damit die anderen den Sonntag genießen können.

Können Sie sich vorstellen ohne Sonntag zu leben? Ohne ein gemeinsames Wochenende und eben den gemeinsamen arbeitsfreien Sonntag? Ich kann und ich will mir das gar nicht vorstellen. Jeder Tag würde dem anderen gleichen, da wäre keine Struktur, kein Rhythmus mehr. Wer länger mal Schichtarbeit hat leisten müssen, der weiß, wie sehr sein Alltag von dem der anderen abweicht und wie sehr das dann das eigene Leben einschränkt.

Wie gut, dass Gott selbst uns den Sabbat schenkt, der uns Rhythmus gibt, der uns (gemeinsam) freie Zeit gibt. Der uns Zeit gibt, mal durchschnaufen, uns besinnen zu können. Da lebe ich doch gerne im Rhythmus Gottes. Gottseidank!

Rüdiger M. Nijenhof,
Sprecher der Lektoren und Prädikanten im Kirchenkreis Burgdorf

„Glaubenssache - Beiträge und Texte aus Kirche und Religion“

Die Kolumne erscheint jeweils sonnabends im Marktspiegel für Burgdorf und Uetze, sowie im Marktspiegel für Lehrte und Sehnde. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den Kirchen schreiben Beiträge aus ihren Kirchengemeinden,Einrichtungen und Arbeitsfeldern, von ihren Erfahrungen und zu dem, was sie gerade beschäftigt.

Zurück